1 Stunde
Die kleine Runde
Lichtermarkt — Kiepenkerl — Rathaus. Drei Märkte, sehr kurze Wege, alle drei Charaktere. Für Leute, die zwischen zwei Terminen stecken.
Sechs Märkte · ein Weg · kein Eintritt
Eine Holzpyramide steht auf vielen Weihnachtsmärkten. Eine große Tanne hat jede Stadt. Aber der Weg von der einen zur anderen — vorbei am Kiepenkerl, unter den Domtürmen hindurch, über sechs Märkte in einer mittelalterlichen Altstadt — den gibt es nur hier. Und er kostet nichts.
Die Strecken zwischen den Märkten sind kein Weg von A nach B — sie gehören zum Spaziergang. Deshalb stehen sie hier gleichberechtigt neben den Märkten.
Sehen: die Himmelsleiter · Hören: das Horn vom Turm · Riechen: gebrannte Mandeln
Der Anfang. Blaue Spitzdachbuden am Fuß der spätgotischen Lambertikirche, davor Münsters größte Tanne mit rund 20 Metern. Am Turm klettert die Lichtinstallation „Himmelsleiter" der Künstlerin Billi Thanner nach oben — die erste Aufnahme des Abends macht hier praktisch jeder. Hoch oben hängen drei Eisenkäfige aus dem Jahr 1536, in denen seit 1987 nachts je ein Licht brennt. Kein Weihnachtsschmuck, ein Mahnmal — und Teil dessen, was diesen Platz ausmacht.
Die kürzeste Strecke des Spaziergangs. Sie treten aus dem hellen Licht des Lichtermarkts in eine schmale Gasse — nach wenigen Schritten wird es leiser, enger und wärmer. Der Übergang ist der Grund, warum viele hier zuerst merken, dass sie in einer Altstadt sind und nicht auf einem Veranstaltungsgelände.
Sehen: der Kiepenkerl · Hören: Gespräche · Riechen: westfälische Küche
Der kleinste und urigste der sechs. Rund um das Denkmal des Kiepenkerls — des westfälischen Wanderhändlers mit der Kiepe auf dem Rücken — steht ein Dorf aus wenigen Hütten zwischen Fachwerkhäusern. Hier isst man, was die Region hergibt. Wer den Spaziergang zu sechst macht, verliert sich hier zum ersten Mal.
Die schönste Strecke des Abends und die einzige, auf der es kurz dunkel wird. Sie überqueren die Aa und sehen ab der Mitte der Brücke die beleuchteten Türme des St.-Paulus-Doms über den Dächern. Wer Fotos machen will: hier stehenbleiben, nicht auf dem Markt.
Sehen: die Domtürme · Hören: Stille in der Kirche · Riechen: Tannengrün
Der ruhigste der sechs. Rund 20 Buden, die den Giebelhäusern des Prinzipalmarkts nachempfunden sind — daher der plattdeutsche Name, „kleine Giebelhäuschen". Nebenan in der Überwasserkirche läuft der Cityadvent mit wechselnden Lichtinstallationen: zwei Schritte vom Trubel entfernt, und plötzlich hört man nur noch sich selbst. Der Moment, an den sich die meisten hinterher erinnern.
Die längste Strecke — und die, auf der Kinder müde werden. Wer welche dabei hat, legt hier die Essenspause ein statt später. Am LWL-Museum vorbei geht es zurück Richtung Innenstadt.
Sehen: die Kirschensäule · Hören: junge Musik · Riechen: Regionales
Ein Markt von Münster für Münster, an der Skulptur „Kirschensäule" von Thomas Schütte. Alles hier ist lokal, regional und nachhaltig — der einzige der sechs mit durchgehendem Konzept. Wer ein Geschenk sucht, das es online nicht gibt, sucht hier.
Kurz und unspektakulär — aber hier wechselt der Ton. Sie lassen den jüngsten der sechs Märkte hinter sich und gehen auf den traditionellsten zu. Wenn Sie das Glockenspiel schon hören, sind Sie richtig.
Sehen: die Pyramide · Hören: das Glockenspiel · Riechen: Waffeln
Das Ziel dieses Spaziergangs. Im geschützten Innenhof dreht sich eine sechs Meter hohe Holzpyramide mit Flügelrad, alle dreißig Minuten spielt das Glockenspiel, daneben steht eine große Krippe. Für Kinder ist eine Suche nach sieben geschnitzten Märchenfiguren versteckt — wer alle findet, bekommt am Stand des Wolfs eine Belohnung. Von der Himmelsleiter bis hierher: rund 20 Gehminuten.
Sie schließen den Kreis und stehen wieder da, wo Münster am münsterschsten ist: unter den Bogengängen des Prinzipalmarkts.
Sehen: der Lichterhimmel · Hören: das Karussell · Riechen: alles zusammen
Der Abschluss, weil hier am meisten los ist. Rund 90 Stände auf dem Platz des Westfälischen Friedens — dort, wo 1648 der Dreißigjährige Krieg beendet wurde. Über allem hängt der Lichterhimmel, in der Mitte dreht sich ein nostalgisches Kinderkarussell. Wer bis hierher gekommen ist, hat sechs Märkte gesehen und keinen Meter mit dem Auto zurückgelegt.
Kein Eintritt, keine Karte, keine Anmeldung — an allen Tagen, für alle.
Ein paar Dinge auf diesem Weg passieren zu festen Zeiten. Wer sie mitnehmen will, plant den Spaziergang darum herum — das ist der Unterschied zwischen einem guten und einem besonderen Abend.
| Wann | Was | Wo |
|---|---|---|
| alle 30 Minuten | Glockenspiel | Aegidii |
| samstags 12:00 | Angeluskonzert, halbe Stunde Orgelmusik, Eintritt frei | St. Lamberti |
| ab ca. 16:30 | Dämmerung — ab jetzt kommt die Beleuchtung voll zur Geltung | überall |
| ab 21:00 | Das Horn der Türmerin, jede halbe Stunde bis Mitternacht (dienstags nicht) | St. Lamberti |
| 11:00 – 14:00 werktags | Ruhigste Zeit — die Kunsthandwerker haben Zeit zum Reden | alle Märkte |
| samstags 15:00 – 20:00 | Vollste Zeit — mit kleinen Kindern eher meiden | alle Märkte |
1 Stunde
Lichtermarkt — Kiepenkerl — Rathaus. Drei Märkte, sehr kurze Wege, alle drei Charaktere. Für Leute, die zwischen zwei Terminen stecken.
2 Stunden
Aegidii zuerst, wegen Pyramide, Glockenspiel und Märchensuche. Dann Rathaus mit dem Karussell, zum Schluss Lichtermarkt. Kurze Wege, viel Beschäftigung, kein langer Fußmarsch.
Ganzer Abend
Die gleiche Strecke in umgekehrter Richtung, Start am Rathaus gegen 17 Uhr. So stehen Sie um 21 Uhr am Lichtermarkt, wenn das Horn vom Turm kommt. Der schönste Abschluss.
Die reine Gehzeit beträgt rund 25 Minuten. Wer an jedem Markt kurz verweilt, ist etwa zwei Stunden unterwegs. Für einen entspannten Abend mit Essen und Pausen planen Sie drei bis vier Stunden ein.
Nein. Alle sechs Märkte sind frei zugänglich, und alles, was auf diesem Weg zu sehen und zu hören ist, kostet nichts.
Ja, alle sechs Märkte sind stufenlos erreichbar. Das historische Pflaster ist aber uneben — planen Sie etwa das Anderthalbfache der angegebenen Gehzeiten ein. Details auf der Seite Barrierefreiheit.
Ja, und für einen Abendspaziergang lohnt sich das: Wer am Rathaus beginnt, steht am Ende um 21 Uhr am Lichtermarkt, wenn das Horn vom Turm ertönt.
Nein. Der gesamte Weg liegt in der Altstadt und wird zu Fuß gegangen. Ein Ticket brauchen Sie nur für die An- und Abreise, siehe Anreise.